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GEO-Optimierung: So wird deine Website in ChatGPT, KI-Überblicken und Perplexity gefunden
Von Linus Neumann, Newman Strategy · veröffentlicht am · Lesezeit 10 Minuten
GEO steht für Generative Engine Optimization, oft auch KI-SEO genannt: die Arbeit daran, dass deine Website in KI-Antworten genannt und verlinkt wird, in Googles KI-Überblicken und im KI-Modus ebenso wie in ChatGPT, Copilot oder Perplexity. GEO ersetzt SEO nicht, es baut darauf auf. Google wählt die Quellen für KI-Überblicke aus Seiten, die indexiert sind und ein Snippet zeigen dürfen. Hier stehen die sieben Schritte, die nach Googles Vorgaben und unseren Messungen zählen, und wie du das Ergebnis misst.
Das Wichtigste in Kürze
- GEO baut auf SEO auf. Google wählt Quellen für KI-Überblicke aus Seiten, die indexiert sind und ein Snippet zeigen dürfen.[1]
- Es lohnt sich: Genannte Marken bekommen 120 Prozent mehr Klicks je Impression als nicht genannte.[3]
- Erklärinhalte sind betroffen: Bei 98 Prozent der geprüften Erklärsuchen steht ein KI-Überblick, bei 34 Prozent der Anbietersuchen.[4]
- Jede Website ist anders: Der Anteil von ChatGPT an den KI-Zitaten reicht je Website von 6,5 bis 35,4 Prozent.[5]
- Häufigster Technikfehler: 32 von 364 Agentur-Websites weisen KI-Crawler am Server ab, obwohl die robots.txt sie erlaubt.[6]
Was ist GEO?
Wer heute eine Frage hat, bekommt die Antwort oft, bevor er einen Link anklickt: im KI-Überblick über den Google-Treffern, im KI-Modus oder direkt in ChatGPT, Copilot und Perplexity. Diese Antworten nennen Quellen. GEO zielt darauf, dass deine Website eine dieser Quellen ist. Dieselbe Sache heißt auch KI-SEO, ChatGPT-SEO, LLM-SEO oder SEO für KI.
| SEO | GEO | |
|---|---|---|
| Ziel | Platz in der Trefferliste | Nennung und Link in KI-Antworten |
| Wo | Google, Bing | KI-Überblicke, KI-Modus, ChatGPT, Copilot, Perplexity, Gemini |
| Wer liest die Website | Googlebot, Bingbot | dazu GPTBot, OAI-SearchBot, ClaudeBot, PerplexityBot und andere |
| Messung | Klicks, Impressionen, Positionen | Impressionen in KI-Funktionen, Zitate je Plattform |
| Grundlage | indexierbare Seiten mit gutem Inhalt, sauberer Technik und internen Links | |
Warum GEO jetzt zählt
In Deutschland zeigt Google bei gut 20 Prozent aller Suchbegriffe einen KI-Überblick. Steht einer da, klicken nur 11 Prozent auf den ersten Treffer, im Schnitt sind es über 27 Prozent.[2] In unserer Messung über 100 deutsche Geschäftsbegriffe hatten 98 Prozent der Erklärsuchen wie „was ist crm“ einen KI-Überblick, aber nur 34 Prozent der Anbietersuchen wie „seo agentur“.[4] Wer Kunden über Ratgeber gewinnt, ist also am stärksten betroffen.
Genannt zu werden hilft: Marken, die im KI-Überblick genannt sind, bekommen laut Seer Interactive 120 Prozent mehr organische Klicks je Impression als nicht genannte. Gegenüber einer Suche ganz ohne KI-Überblick sind es trotzdem 38 Prozent weniger.[3] GEO holt also nicht den alten Zustand zurück, aber den besseren der beiden neuen.
GEO-Optimierung in sieben Schritten
Die Schritte folgen Googles eigenen Vorgaben für KI-Funktionen[1] und dem, was unsere Messungen an Fehlern zeigen.
1. KI-Crawler durchlassen, in der robots.txt und am Server
Google nennt als erste Regel, dass das Crawlen erlaubt sein muss, in der robots.txt und bei CDN oder Hosting.[1] In unserer Messung sperrten 98 von 144 Websites in der robots.txt gar keinen KI-Crawler. Wer sperrt, sperrt fast immer nur das Training: 35 Websites sperren einen Crawler fürs Training und lassen die Crawler für Antworten offen, keine einzige umgekehrt.[7] Der versteckte Fehler sitzt am Server: 32 von 364 Agentur-Websites wiesen GPTBot oder ClaudeBot ab, obwohl ihre robots.txt beide erlaubte.[6] Prüfe also beides, eine Anleitung steht im Beitrag KI-Crawler am Server gesperrt.
2. Indexiert sein und Snippets erlauben
Als Quelle für KI-Überblicke und KI-Modus kommt nur eine Seite in Frage, die indexiert ist und in der Suche mit Snippet erscheinen darf.[1] Wer nosnippet oder ein sehr kurzes max-snippet setzt, nimmt sich selbst aus dem Rennen. Neue Seiten in der Search Console zur Indexierung einreichen und über interne Links erreichbar machen.
3. Die Frage im ersten Absatz beantworten
KI-Antworten fassen zusammen. Eine Seite, die die Frage in zwei, drei Sätzen am Anfang klar beantwortet und danach belegt, lässt sich leichter zusammenfassen und zitieren als eine, die erst nach langer Einleitung zur Sache kommt. Das ist unsere Einschätzung aus der Arbeit mit KI-Antworten, keine Messung. Wichtiges gehört dabei als Text auf die Seite, nicht nur in Bilder oder Videos.[1]
4. Eigene Daten veröffentlichen
Was es nur bei dir gibt, kann nur von dir zitiert werden: eigene Messungen, Auswertungen, Preise, Rechner. Unsere eigenen Beiträge mit Messdaten sind genau so entstanden, etwa die Auswertung von 14.962 KI-Zitaten.
5. Strukturierte Daten nur passend zum sichtbaren Text
Google verlangt, dass strukturierte Daten zum sichtbaren Text passen.[1] Viele Websites tragen Markup, das Google nicht mehr anzeigt: 298 von 364 Agentur-Websites in unserer Messung, 187 davon noch das Sitelinks-Suchfeld, das Google am 21. November 2024 abgeschafft hat.[6] [8] Schaden tut das laut Google nicht, nutzen auch nicht. Wichtiger ist, dass Organisation, Artikel und FAQ korrekt und vollständig ausgezeichnet sind.
6. llms.txt: optional, aber gepflegt
Für Google ist keine eigene KI-Datei nötig.[1] Wer eine llms.txt anlegt, sollte sie wie die Sitemap pflegen: In unserer Messung verlinkte fast jede zehnte llms.txt von Agenturen mindestens eine Seite, die es nicht mehr gibt.[9]
7. Messen, getrennt nach Plattform
Klicks und Impressionen aus KI-Überblicken und KI-Modus stecken im Leistungsbericht der Search Console unter dem Suchtyp Web.[1] Seit dem 31. August 2026 gibt es zusätzlich einen eigenen Bericht mit Impressionen aus KI-Funktionen, ohne Klicks.[10] Für die anderen Dienste zählt, wer wie oft zitiert: In unserer Messung über sechs Domains lagen Copilot, ChatGPT und Perplexity mit 22,3, 21,7 und 19,9 Prozent fast gleichauf, je Website aber völlig verschieden.[5] Miss deshalb für deine eigene Website, statt dich nach Durchschnitten zu richten.
Drei verbreitete Irrtümer
- „GEO ersetzt SEO.“ Nein. Ohne Indexierung keine Quelle im KI-Überblick, und Google nennt für KI-Funktionen dieselben Grundregeln wie für die Suche.[1]
- „Eine llms.txt bringt mich in ChatGPT.“ Belegt ist das nicht. Google braucht sie ausdrücklich nicht, die anderen Anbieter haben sich nicht verbindlich geäußert.
- „Es gibt die eine wichtigste KI-Plattform.“ Bei sechs gemessenen Domains standen vier verschiedene Plattformen an erster Stelle.[5]
Was GEO-Agenturen selbst umsetzen
Ein Blick auf die Websites der Anbieter zeigt, wie unterschiedlich das Thema umgesetzt wird. In unserer Messung hatten 64,8 Prozent der GEO-Agenturen im DACH-Raum eine llms.txt, bei Google-Ads-Agenturen 48,3 Prozent. FAQ-Markup auf der Startseite hatten 43,2 gegen 24,6 Prozent.[6] Wer eine Agentur sucht, sollte fragen, wie sie den Erfolg misst: in Impressionen, Zitaten und am Ende in Anfragen.
Alle Zahlen zum Thema mit Quelle und Stand stehen in unserer Sammlung KI-Sichtbarkeit in Zahlen.
Wie dieser Beitrag entstanden ist
Die Schritte folgen Googles Dokumentation zu KI-Funktionen [1], abgerufen am 1. Oktober 2026. Die Zahlen stammen aus Studien von Sistrix [2] und Seer Interactive [3] und aus eigenen Messungen von Newman Strategy vom August und September 2026 [4] bis [7], [9]. Wo eine Empfehlung nicht belegt ist, steht das dabei.
Quellen
- Google Search Central: AI features and your website, Stand 10.12.2025, abgerufen 01.10.2026
- Sistrix: AI Overviews in Deutschland: So stark sinken die Klickraten wirklich, aktualisiert 21.08.2026
- Seer Interactive: AIO Impact on Google CTR: 2026 Update, 24.04.2026
- Newman Strategy: Warum SEO seit 2025 anders funktioniert, Messung vom 29.08.2026
- Newman Strategy: KI-Zitate nach Plattform, Messung vom 25. bis 29.08.2026
- Newman Strategy: KI-Sichtbarkeit in Zahlen, eigene Messung vom 18.09.2026
- Newman Strategy: KI-Crawler in der robots.txt, Messung vom 31.08.2026
- Google Search Central Blog: Farewell, Sitelinks Search Box, 21.10.2024
- Newman Strategy: llms.txt: Aufbau, Beispiel und 206 Dateien im Test, Messung vom 18.09.2026
- Search Console-Hilfe: Generative AI performance report (Search), abgerufen 01.10.2026
Zusammenstellung: Linus Neumann, Newman Strategy, Oktober 2026.
Weiterlesen
- KI-Sichtbarkeit in Zahlen: 51 geprüfte Statistiken
- llms.txt: Aufbau, Beispiel, Erstellen und was 206 Agentur-Dateien falsch machen
- KI-Zitate nach Plattform: 14.962 Zitate über sechs Domains gemessen
- Google KI-Modus und KI-Überblicke 2026
Häufige Fragen
Was ist GEO?
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint ist die Arbeit daran, dass eine Website in Antworten von KI-Systemen genannt und verlinkt wird: in Googles KI-Überblicken und im KI-Modus sowie in ChatGPT, Copilot, Perplexity und anderen. Oft heißt das auch KI-SEO, ChatGPT-SEO oder LLM-SEO.
Was ist der Unterschied zwischen GEO und SEO?
SEO zielt auf Plätze in der Trefferliste, GEO auf Nennungen und Links in KI-Antworten. Die Grundlage ist dieselbe: Google wählt die Quellen für KI-Überblicke aus indexierten Seiten, die ein Snippet zeigen dürfen, und nennt für KI-Funktionen dieselben Grundregeln wie für die normale Suche. GEO ergänzt vor allem den Blick auf KI-Crawler und auf Zitate in anderen KI-Diensten.
Wie werde ich in ChatGPT gefunden?
Voraussetzung ist, dass die Crawler von OpenAI deine Website lesen dürfen, in der robots.txt und am Server. Danach zählen Inhalte, die eine Frage direkt und belegbar beantworten, und eigene Daten, die es woanders nicht gibt. Eine Garantie gibt es nicht, und wie häufig ChatGPT eine Website zitiert, unterscheidet sich in unserer Messung je Website zwischen 6,5 und 35,4 Prozent aller KI-Zitate.
Wie messe ich den Erfolg von GEO?
In der Google Search Console erscheinen Klicks und Impressionen aus KI-Überblicken und KI-Modus im Leistungsbericht unter dem Suchtyp Web. Seit dem 31. August 2026 gibt es zusätzlich einen eigenen Bericht mit Impressionen aus KI-Funktionen, Klicks weist er nicht aus. Für ChatGPT, Copilot und Perplexity braucht es Werkzeuge, die Zitate je Plattform zählen.
Brauche ich für GEO eine llms.txt?
Für Google nicht. Google schreibt, dass für KI-Überblicke und den KI-Modus keine neuen maschinenlesbaren Dateien oder KI-Textdateien nötig sind. Ob andere KI-Dienste die Datei lesen, ist nicht belegt. Wer eine anlegt, muss sie pflegen: In unserer Messung verlinkte fast jede zehnte llms.txt von Agenturen tote Seiten.
Brauche ich eine GEO-Agentur?
Nicht zwingend. Die technischen Schritte, also Crawler-Zugang, Indexierung und strukturierte Daten, lassen sich prüfen und beheben. Aufwendig sind gute Inhalte und eigene Daten. Eine Agentur lohnt sich, wenn dafür intern die Zeit fehlt. Frag nach, wie sie den Erfolg misst.