Wissen · Geprüfte Zahlen

KI-Agenten in Unternehmen 2026: zwischen 11 und 97 Prozent, je nach Frage

Von , Newman Strategy · veröffentlicht am · Lesezeit 7 Minuten

Vier weiße, gezeichnete Roboter sitzen in einer Reihe an Laptops
Foto: Mohamed Nohassi auf Unsplash

Wie verbreitet KI-Agenten in Unternehmen sind, hängt vor allem davon ab, was gefragt wird. Produktiv im Einsatz haben sie laut Deloitte 11 Prozent, eingeführt zu haben sagen laut Writer 97 Prozent der Führungskräfte. Die belegbaren Zahlen, jeweils mit Herausgeber, Definition und Stichprobe.

Die wichtigsten Zahlen

  • Je nach Erhebung setzen 11 bis 97 Prozent der Unternehmen KI-Agenten ein. Der Unterschied liegt in der Frage.
  • 11 Prozent nutzen Agenten produktiv, 38 Prozent pilotieren (Deloitte, Dezember 2025).
  • 23 Prozent skalieren ein agentisches KI-System irgendwo im Unternehmen, 62 Prozent experimentieren (McKinsey, November 2025).
  • 54 Prozent großer US-Unternehmen setzen Agenten aktiv ein (KPMG, März 2026).
  • Nur 21 Prozent haben ein ausgereiftes Modell zur Steuerung von Agenten (Deloitte, Januar 2026).
  • Gartner erwartet, dass über 40 Prozent der Projekte mit agentischer KI bis Ende 2027 eingestellt werden.
  • Der Anteil der Unternehmen, die die meisten ihrer KI-Vorhaben aufgaben, stieg von 17 auf 42 Prozent (S&P Global, März 2025).

Je nach Erhebung setzen zwischen 11 und 97 Prozent der Unternehmen KI-Agenten ein. Produktiv im Einsatz haben sie laut Deloitte 11 Prozent, eingeführt zu haben sagen laut Writer 97 Prozent der Führungskräfte.

Die Verbreitungszahlen messen Verschiedenes

Anteil laut Erhebung, je nach Frage
Führungskräfte: Agenten eingeführt (Writer)97 %
Agenten werden eingeführt (PwC, USA)79 %
Nutzen Agenten bereits (CrewAI)65 %
Setzen Agenten aktiv ein (KPMG, USA)54 %
Beschäftigte nutzen Agenten (Writer)52 %
Skalieren Agenten irgendwo (McKinsey)23 %
Nutzen Agenten produktiv (Deloitte)11 %

Quellen: Writer 2026, PwC 2025, CrewAI 2026, KPMG 2026, McKinsey 2025, Deloitte 2025. Definitionen in der Tabelle darunter.

Verbreitung von KI-Agenten: was jede Erhebung zählt
WertWas gezählt wirdHerausgeber und StandStichprobe
97 %Führungskräfte, die sagen, ihr Unternehmen habe im vergangenen Jahr Agenten eingeführtWriter mit Workplace Intelligence, 07.04.20261.200 Führungskräfte in sechs Märkten, darunter Deutschland
79 %Befragte, die sagen, in ihrem Unternehmen würden Agenten eingeführt. Breit eingeführt: 35 %, nahezu vollständig: 17 %PwC AI Agent Survey, Mai 2025308 Führungskräfte in den USA, April 2025
65 %Unternehmen, die KI-Agenten bereits nutzenCrewAI, „State of Agentic AI“, 11.02.2026500 Führungskräfte großer Unternehmen, sieben Weltregionen
54 %Unternehmen, die Agenten aktiv einsetzen. Im Folgequartal: 53 %KPMG AI Quarterly Pulse, 31.03.2026237 US-Unternehmen mit mindestens 1 Mrd. US-Dollar Umsatz
52 %Beschäftigte, die Agenten bereits nutzenWriter mit Workplace Intelligence, 07.04.20261.200 Beschäftigte, die generative KI bereits nutzen
23 %Organisationen, die ein agentisches KI-System irgendwo im Unternehmen skalieren. In keiner einzelnen Funktion sind es mehr als 10 %McKinsey, „The State of AI“, November 20251.993 Befragte weltweit, Juni und Juli 2025
11 %Organisationen, die Agenten produktiv nutzen. Weitere 38 % pilotierenDeloitte Tech Trends 2026, 10.12.2025Befragung von Deloitte

Die Spanne von 11 bis 97 Prozent ist kein Messfehler, sondern eine Frage der Definition. Wer Führungskräfte fragt, ob Agenten eingeführt wurden, kommt auf fast alle. Wer fragt, ob Agenten im Produktivbetrieb laufen, kommt auf jedes neunte Unternehmen. Dazwischen liegen Erhebungen, die aktiven Einsatz, Nutzung oder Skalierung zählen.

Der Abstand zwischen 97 und 52 Prozent ist der zweite Hinweis. In derselben Befragung sagen fast alle Führungskräfte, ihr Unternehmen habe Agenten eingeführt. Genutzt werden sie von gut der Hälfte der Beschäftigten, und das bereits in einer Gruppe, die generative KI ohnehin verwendet.

Für jede Zahl in diesem Feld gilt deshalb: Ohne die Definition von „Einsatz“ und ohne die Stichprobe ist der Wert nicht lesbar. Die meisten Erhebungen befragen große Unternehmen in den USA. Für kleine und mittlere Betriebe in Österreich und Deutschland sagen sie wenig.

Vom Pilotprojekt in den Betrieb

Zu Agenten allein gibt es kaum belastbare Zahlen über den Weg vom Pilotprojekt in den Produktivbetrieb. Die folgenden Werte beziehen sich auf KI-Projekte allgemein. Sie zeigen aber dasselbe Muster.

Pilotprojekte und Produktivbetrieb
KennzahlWertHerausgeber und Stand
Unternehmen, die 40 % oder mehr ihrer KI-Piloten produktiv gestellt haben25 %Deloitte, State of AI in the Enterprise, 21.01.2026
Unternehmen, die das in drei bis sechs Monaten erwarten54 %Deloitte, 21.01.2026
Unternehmen mit ausgereiftem Modell zur Steuerung von Agenten21 %Deloitte, 21.01.2026
KI-Proofs-of-Concept, die breit eingeführt werden4 von 33IDC mit Lenovo, März 2025

Deloitte: 3.235 Befragte von der Direktoren- bis zur Vorstandsebene in 24 Ländern, August und September 2025.

Nur jedes vierte Unternehmen hat wenigstens 40 Prozent seiner KI-Piloten in den Betrieb gebracht. Mehr als die Hälfte erwartet das für die nächsten Monate. Die Lücke zwischen Erwartung und Stand ist damit größer als die zwischen Pilot und Betrieb.

Die Steuerung hinkt dem Einsatz hinterher. Nur 21 Prozent haben ein ausgereiftes Modell dafür, wie Agenten beaufsichtigt, freigegeben und kontrolliert werden. Bei Agenten, die selbstständig handeln, ist das keine Formalie.

Abbrüche und Fehlschläge

Abbruch- und Fehlschlagquoten, jeweils mit eigenem Gegenstand
AussageWertHerausgeber und Stand
Projekte mit agentischer KI, die bis Ende 2027 eingestellt werden (Prognose)über 40 %Gartner, Pressemitteilung 25.06.2025
Unternehmen, die die meisten ihrer KI-Vorhaben aufgaben42 %, im Jahr davor 17 %S&P Global Market Intelligence, März 2025
KI-Proofs-of-Concept, die vor dem Produktivbetrieb verworfen wurden46 %S&P Global Market Intelligence, März 2025
Organisationen ohne messbaren Rückfluss aus generativer KI95 %MIT NANDA, „The GenAI Divide“, Juli 2025
KI-Projekte, die scheitern, nach von RAND zitierten Schätzungenüber 80 %, doppelt so viele wie IT-Projekte ohne KIRAND Corporation, August 2024

Der Anteil der Unternehmen, die den Großteil ihrer KI-Vorhaben aufgeben, hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt, von 17 auf 42 Prozent. Befragt wurden über 1.000 Personen in Nordamerika und Europa.

Gartner nennt drei Gründe für die erwarteten Abbrüche bei agentischer KI: steigende Kosten, unklarer geschäftlicher Nutzen und unzureichende Risikokontrollen. Keiner davon ist ein Problem der Modellqualität.

Die Werte lassen sich nicht zu einer Quote verrechnen. Sie messen Verschiedenes: eine Prognose zu Agentenprojekten, aufgegebene Vorhaben, verworfene Proofs-of-Concept, fehlenden Rückfluss und eine Schätzung aus der Literatur. MIT NANDA stützt sich auf über 300 öffentlich bekannte Initiativen, Gespräche in 52 Organisationen und 153 Befragte. RAND zitiert die 80 Prozent als Schätzung aus anderen Quellen und stützt die eigene Untersuchung auf 65 Interviews.

Was für 2026 erwartet wird

Erwartungen und Prognosen
KennzahlWertHerausgeber und Stand
Unternehmensanwendungen mit aufgabenspezifischen Agenten Ende 2026 (Prognose)40 %, 2025 unter 5 %Gartner, Pressemitteilung 26.08.2025
Arbeitsabläufe, die bereits mit agentischer KI automatisiert sind31 %CrewAI, 11.02.2026
Erwartete weitere Steigerung 2026plus 33 %CrewAI, 11.02.2026

Der Anteil der Unternehmensanwendungen mit eingebauten Agenten soll sich binnen eines Jahres mindestens verachtfachen, von unter 5 auf 40 Prozent. Diese Zahl beschreibt das Angebot der Softwarehersteller, nicht die Nutzung durch deren Kunden. Eine Anwendung, die einen Agenten mitbringt, ist noch kein Agent im Betrieb.

Was daraus folgt

Erstens: Bei jeder Zahl zur Verbreitung nach der Frage suchen. „Eingeführt“, „im Einsatz“, „skaliert“ und „produktiv“ liegen in den Erhebungen bis zu 86 Prozentpunkte auseinander.

Zweitens: Die eigentliche Hürde ist der Weg in den Betrieb. Nur jedes vierte Unternehmen hat einen nennenswerten Teil seiner KI-Piloten produktiv gestellt. Wer ein Agentenprojekt plant, plant besser vom Betrieb her als von der Vorführung.

Drittens: Nutzen und Kosten vorher festlegen. Zwei der drei Gründe, die Gartner für Abbrüche nennt, sind unklarer Nutzen und steigende Kosten. Beides lässt sich vor dem Start messbar machen.

Viertens: Steuerung ist Teil des Projekts. Nur 21 Prozent der Unternehmen haben ein ausgereiftes Modell dafür. Freigaben, Protokolle und Grenzen für das, was ein Agent selbst entscheiden darf, gehören in den ersten Entwurf.

Grenzen dieser Zusammenstellung

  • Keine eigene Erhebung. Alle Werte stammen von den genannten Herausgebern. Mehrere davon verkaufen Beratung oder Software rund um KI-Agenten.
  • Überwiegend große Unternehmen und die USA. Für kleine und mittlere Unternehmen in Österreich und Deutschland liegen in diesen Quellen keine eigenen Werte vor.
  • Selbstauskünfte. Die Verbreitungswerte beruhen auf Befragungen, nicht auf Messungen im Betrieb.
  • Nicht jede Quelle war direkt abrufbar. Die Werte von Gartner, S&P Global und PwC sind über die Berichterstattung zu den jeweiligen Veröffentlichungen geprüft, weil die Seiten der Herausgeber automatische Abrufe sperren.
  • Stand ist der 17. September 2026. Die Verbreitungszahlen ändern sich schnell.

Quellen

Zusammenstellung und Prüfung an den Quellen: Linus Neumann, Newman Strategy, September 2026.

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Häufige Fragen

Wie viele Unternehmen setzen KI-Agenten ein?

Das hängt von der Frage ab. Laut Deloitte nutzen 11 Prozent der Organisationen Agenten produktiv, laut McKinsey skalieren 23 Prozent ein agentisches System irgendwo im Unternehmen, laut KPMG setzen 54 Prozent großer US-Unternehmen Agenten aktiv ein, und laut Writer sagen 97 Prozent der Führungskräfte, ihr Unternehmen habe im vergangenen Jahr Agenten eingeführt.

Warum werden KI-Agenten-Projekte eingestellt?

Gartner erwartet, dass über 40 Prozent der Projekte mit agentischer KI bis Ende 2027 eingestellt werden, und nennt als Gründe steigende Kosten, unklaren geschäftlichen Nutzen und unzureichende Risikokontrollen. Laut Deloitte haben nur 21 Prozent der Unternehmen ein ausgereiftes Modell für die Steuerung von Agenten.

Wie viele KI-Pilotprojekte gehen in den Produktivbetrieb?

Wenige. Laut Deloitte haben nur 25 Prozent der Unternehmen 40 Prozent oder mehr ihrer KI-Piloten in den Produktivbetrieb gebracht. Laut IDC und Lenovo erreichten von 33 KI-Proofs-of-Concept im Schnitt 4 die breite Einführung.

Gibt es eigene Zahlen zu KI-Agenten für Österreich oder Deutschland?

In den hier ausgewerteten Erhebungen nicht. Die meisten stammen aus den USA oder sind weltweit angelegt. Die Befragung von Writer schließt Deutschland ein, ein getrennter Wert wurde hier nicht ausgewertet.