Das Wichtigste
- Dasselbe geht für Google Ads: Das Google Ads Transparency Center zeigt Such-, YouTube- und Displayanzeigen eines Werbetreibenden.
- Für uns ist die Meta-Werbebibliothek nur der Startpunkt. Mit Branchenkennzahlen, Erfahrungswerten und weiteren Werkzeugen gewinnen wir Informationen, die sonst nicht zur Verfügung stehen.
- Sie zeigt jede aktive Anzeige auf Facebook und Instagram, mit Text, Bild oder Video und dem Startdatum.
- Anzeigen, die in der EU liefen, bleiben bis ein Jahr nach der letzten Einblendung sichtbar, mit Reichweite, Zielgruppe und Auftraggeber (Art. 39 DSA).
- Budgets zeigt sie bei gewöhnlicher Werbung nicht, Ergebnisse wie Anfragen oder Verkäufe auch nicht.
- Eine einzelne Anzeige ist schnell gefunden. Einen ganzen Markt überblickt man von Hand nicht: In der Immobilienbranche haben wir 51.407 Anzeigen von 1.102 Firmen ausgewertet.
Was die Meta-Werbebibliothek zeigt
Die Werbebibliothek ist das öffentliche Anzeigenverzeichnis von Meta. Wer den Namen eines Wettbewerbers kennt, findet dort seine Anzeigen. Zu sehen sind:
- Text, Bild oder Video der Anzeige und der Link, auf den sie führt
- wann die Anzeige gestartet ist und ob sie noch läuft
- auf welchen Plattformen sie erscheint, etwa Facebook, Instagram oder Messenger
- bei Anzeigen in der EU zusätzlich die Reichweite, Alter, Geschlecht und Orte der Zielgruppe sowie wer zahlt und wer profitiert
Was die Werbebibliothek nicht zeigt: das Budget, die Klicks, die Anfragen. Und vor allem nicht, welche Anzeige sich gelohnt hat.
Wo die Suche von Hand endet
Für einen schnellen Blick auf einen einzelnen Wettbewerber reicht die Werbebibliothek. Für eine Konkurrenzanalyse reicht sie nicht, aus drei Gründen:
- Eine Seite nach der anderen. Wer in Ihrer Branche überhaupt wirbt, verrät die Werbebibliothek nicht. Man muss jeden Wettbewerber kennen und einzeln aufrufen.
- Keine Zahlen über den Markt. Wie lange Anzeigen üblicherweise laufen, welche Reichweite normal ist, wer wie viel wirbt: Das zeigt erst eine Auswertung aller Anzeigen.
- Kein Überblick über die Zeit. Die Ansicht zeigt Anzeige für Anzeige. Wie sich Botschaften, Angebote und Rhythmus eines Wettbewerbers über Monate verändern, erkennt nur, wer systematisch auswertet.
Was eine Konkurrenzanalyse zeigt
Die Werbebibliotheken von Meta und Google sind für uns der Startpunkt. Wir werten sie mit eigenen Werkzeugen aus, für einen ganzen Markt statt für eine einzelne Seite und über bis zu zwölf Monate. Dazu kommen Branchenkennzahlen, Erfahrungswerte und weitere Werkzeuge, die Informationen liefern, die öffentlich nicht zur Verfügung stehen. Wie genau, bleibt unser Handwerk. Was dabei herauskommt:
- Wer in Ihrem Markt wirbt: alle Wettbewerber mit Werbung, auch die, die Sie noch nicht auf dem Schirm haben.
- Wer wie stark wirbt: Zahl der Anzeigen, Reichweite und Rhythmus je Wettbewerber.
- Was funktioniert: Eine Anzeige, die nichts bringt, lässt kaum jemand wochenlang laufen. Langläufer sind das deutlichste Erfolgssignal, das sich öffentlich ablesen lässt.
- Womit geworben wird: Botschaften, Angebote, Formate und die Seiten, auf die die Anzeigen führen.
- Wen die Anzeigen erreichen: Alter, Geschlecht und Regionen, soweit Meta sie für die EU ausweist.
- Wo Lücken sind: Zielgruppen, Regionen und Themen, die niemand besetzt.
Beispiel Immobilienbranche: 51.407 Anzeigen ausgewertet
Wie das im Großen aussieht, zeigt unsere Auswertung der Immobilienbranche. Am 12. September 2026 standen 51.407 Anzeigen von 1.102 Maklern, Bauträgern und Projektentwicklern mit Objekten im DACH-Raum in der Werbebibliothek. Einige Ergebnisse:
- Nur 7,2 Prozent der Anzeigen liefen am Stichtag. Beendete Anzeigen liefen im Median 8 Tage. Wer heute nachsieht, sieht nur einen kleinen Ausschnitt.
- Wenige werben viel. Die 10 Prozent der Firmen mit den meisten Anzeigen stellen 51,1 Prozent aller Anzeigen.
- 2.655 Konten erreichte eine Anzeige im Median.
- Nur 13,2 Prozent der Anzeigen mit Text werben um Verkäufer oder eine Bewertung. Für Makler, die Eigentümer suchen, ist das die größte Lücke im Markt.
- 60,5 Prozent der Anzeigen führen auf eine eigene Website, 19,2 Prozent bleiben auf Facebook.
Meta-Werbebibliothek, Abruf 12.09.2026, Auswertung Newman Strategy
Für ein einzelnes Büro wird daraus eine konkrete Antwort: welche Wettbewerber im Gebiet werben, womit, und mit welcher Botschaft es sich abheben kann. Alle Zahlen stehen in der Auswertung von 51.407 Immobilienanzeigen und im Beitrag zu den Inhalten der Anzeigen. Wie Makler Google und Meta einsetzen: Google Ads und Facebook Ads für Immobilienmakler.
Von der Analyse zur Strategie zur Umsetzung
Eine Konkurrenzanalyse ist kein Selbstzweck. Sie entscheidet, wofür Ihr Budget ausgegeben wird. Sie wählen, wie weit wir gehen:
1. Analyse
Wer in Ihrem Markt wirbt, womit und mit welchem Erfolg. Schriftlich, mit den Anzeigen als Beleg.
2. Strategie
Botschaft, Zielgruppe, Kanäle und Verteilung des Budgets, abgeleitet aus dem, was im Markt funktioniert und was fehlt.
3. Umsetzung
Anzeigen erstellen, schalten und alle Daten fachgerecht auswerten. Das Budget wandert regelmäßig dorthin, wo Anfragen und Aufträge entstehen. Weil wir den Markt weiter beobachten, sehen wir auch, wenn die Konkurrenz reagiert.
Google, LinkedIn und TikTok: die anderen Werbebibliotheken
Meta ist nicht die einzige Plattform mit öffentlichem Anzeigenverzeichnis. Google zeigt Such-, YouTube- und Displayanzeigen im Ads Transparency Center, LinkedIn in seiner Werbebibliothek, TikTok in der Commercial Content Library. Für Anzeigen in der EU verlangt Art. 39 DSA von allen sehr großen Plattformen ein solches Verzeichnis, bis ein Jahr nach der letzten Einblendung. Für eine vollständige Konkurrenzanalyse gehören alle Kanäle zusammen, auf denen Ihr Markt wirbt. Wir werten sie gemeinsam aus.
Häufige Fragen
Was ist die Meta-Werbebibliothek?
Das öffentliche Anzeigenverzeichnis von Meta. Dort steht jede aktive Anzeige auf Facebook, Instagram und den weiteren Diensten von Meta. Jeder kann sie ohne Konto aufrufen. Anzeigen, die in der EU ausgeliefert wurden, bleiben dort bis ein Jahr nach der letzten Einblendung, mit Reichweite, Zielgruppe und Auftraggeber. Das schreibt Art. 39 des Digital Services Act vor.
Ist es erlaubt, die Werbung der Konkurrenz anzusehen und auszuwerten?
Ja. Die Werbebibliothek ist öffentlich, die EU schreibt sie großen Plattformen sogar vor, damit Werbung nachvollziehbar wird. Etwas anderes ist es, fremde Anzeigen zu kopieren: Texte, Bilder und Videos sind in der Regel urheberrechtlich geschützt.
Kostet die Meta-Werbebibliothek etwas?
Nein, Aufruf und Suche sind kostenlos. Aufwendig ist nicht der Zugang, sondern die Auswertung: Die Werbebibliothek zeigt Anzeige für Anzeige, einen Überblick über einen ganzen Markt liefert sie nicht.
Sieht man in der Werbebibliothek, wie viel Budget die Konkurrenz ausgibt?
Bei gewöhnlicher Werbung nicht. Ausgaben weist Meta nur bei Anzeigen zu politischen und gesellschaftlichen Themen aus. Für Anzeigen in der EU nennt Meta aber die Reichweite. Aus Reichweite, Laufzeit und Zahl der Anzeigen lässt sich die Größenordnung eingrenzen.
Gilt das auch für Anzeigen in der Schweiz?
Nur zum Teil. Die Pflicht, Anzeigen ein Jahr lang zu zeigen, folgt aus dem EU-Recht. Anzeigen, die nur in der Schweiz laufen, sind in der Werbebibliothek sichtbar, solange sie aktiv sind, aber ohne Reichweite und ohne Archiv. Wer laufend beobachtet, erfasst sie trotzdem.
Gibt es eine Werbebibliothek auch für Google, LinkedIn und TikTok?
Ja. Google zeigt Anzeigen im Ads Transparency Center, LinkedIn in seiner Werbebibliothek, TikTok in der Commercial Content Library. Für Anzeigen in der EU gilt überall dieselbe Pflicht aus Art. 39 des Digital Services Act. Für eine vollständige Konkurrenzanalyse gehören alle Kanäle zusammen, auf denen ein Markt wirbt.