Das Wichtigste
- Das Google Ads Transparency Center zeigt Anzeigen aus der Google Suche, von YouTube, Google Play, Google Maps und Google Shopping, bis ein Jahr nach der letzten Auslieferung [3].
- Gesucht wird nach dem Namen des Werbetreibenden oder nach einer Website. Filter: Region, Zeitraum, Plattform und Format [2] [11].
- Für Anzeigen in Europa (EWR) zeigt Google zusätzlich, wie oft eine Anzeige zu sehen war (als Spanne) und nach welchen Kategorien die Zielgruppe gewählt wurde [2] [3].
- Nicht zu sehen: Budget, Suchbegriffe, Klicks und Anfragen. Die Zielseiten der Anzeigen sind nicht mehr anklickbar [3] [11].
- Je Anzeige zeigt Google höchstens fünf häufige Varianten. Zahlen zu den Einblendungen erscheinen erst nach 90 Tagen [3].
- Für Facebook und Instagram gibt es das Gegenstück: die Meta-Werbebibliothek.
Was das Ads Transparency Center zeigt
Google hat das Verzeichnis im März 2023 gestartet [1]. Es soll zeigen, „wer unsere Werbetreibenden sind, wo sie ansässig sind und welche Anzeigen sie präsentieren“ [3]. Zu sehen sind:
- die Anzeige selbst, als Text, Bild oder Video, mit bis zu fünf häufigen Varianten
- wann sie erstmals und zuletzt ausgeliefert wurde, in welcher Region und auf welchen Plattformen
- der Name des Werbetreibenden, bei bestätigten Werbetreibenden der rechtsgültige Name und der Standort aus dem Überprüfungsverfahren [2] [6]
- wer bezahlt, wenn das nicht der Werbetreibende selbst ist. Den Namen einer beauftragten Agentur zeigt Google nicht [3].
Erfasst sind Anzeigen bestätigter Werbetreibender weltweit und in Europa und der Türkei auch die von nicht bestätigten [3]. Anmelden muss man sich laut Google für Anzeigen mit Altersbeschränkung [3].
So finden Sie die Google-Werbung Ihrer Konkurrenz
- Region wählen: Auf adstransparency.google.com oben rechts das Land einstellen, etwa Deutschland oder Österreich.
- Werbetreibenden oder Website eingeben: Die Suche nach der Website ist meist genauer. Sie zeigt alle Werbekonten, deren Anzeigen auf diese Domain führen [11].
- Filtern: nach Zeitraum, Plattform (etwa Suche oder YouTube) und Format (Text, Bild, Video) [11].
- Anzeige öffnen: Die Detailseite zeigt erste und letzte Auslieferung, Format und Thema, in Europa auch die Einblendungen und die Zielgruppenauswahl.
Den Werbetreibenden finden Sie auch direkt über eine Anzeige in der Google Suche: Dreipunkt-Menü oder Infosymbol, dann „Über diesen Werbetreibenden“ [7]. Neue Anzeigen erscheinen nach 48 bis 72 Stunden im Verzeichnis. Die Zeitangaben richten sich nach der Zeitzone „Pacific Time“ [3].
Zusätzliche Angaben für Anzeigen in Europa
Für sehr große Plattformen und Suchmaschinen schreibt Art. 39 des Digital Services Act ein Werbearchiv vor. Es muss die Anzeigen über die gesamte Laufzeit und „ein Jahr lang nach der letzten Anzeige“ bereithalten, mit Inhalt, Auftraggeber, Zahler, Zeitraum, den Hauptparametern der Zielgruppe und der Gesamtzahl der erreichten Nutzer [4]. Google hat das Transparency Center dafür im August 2023 erweitert [5] und zeigt für Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum, also in der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen, zusätzlich [2] [3]:
- wie oft die Anzeige zu sehen war, als Spanne, auf Wunsch je Plattform
- die Zielgruppenauswahl: ob Merkmale wie Demografie, Standorte, Kontextsignale oder Kundenlisten einbezogen oder ausgeschlossen wurden
- das Thema der Anzeige, teils von Google selbst vergeben
So sieht das in der Praxis aus: Eine Textanzeige eines großen Immobilienportals, ausgeliefert in Deutschland, erstmals im September 2024, zuletzt am Tag unserer Prüfung. Sie war 15.000 bis 20.000 Mal zu sehen. Die Zahl reicht nur bis Juli 2026, weil Google die Einblendungen erst nach 90 Tagen veröffentlicht. Die Zielgruppe war nach Demografie, Standorten und Kontext gewählt, Kundenlisten waren ausgeschlossen [11]. Welche Altersgruppe oder welche Orte genau, steht dort nicht.
Die Zusatzangaben gelten laut Google für Anzeigen in Europa und der Türkei, wobei Europa den Europäischen Wirtschaftsraum meint [3]. Die Schweiz gehört nicht dazu.
Was es nicht zeigt
Für eine Konkurrenzanalyse sind die Lücken so wichtig wie die Angaben. Auf den Detailseiten fehlen [11]:
- Budget und Klickpreise. Ausgaben stehen bei gewöhnlicher Werbung nirgends.
- Suchbegriffe. Bei welchen Suchen eine Textanzeige erscheint, steht nirgends.
- Ergebnisse. Klicks, Anfragen und Verkäufe kennt nur der Werbetreibende.
- Die Zielseite. Google zeigt Anzeigen nur noch als nicht anklickbare Abbildung, die Landingpage lässt sich darüber nicht aufrufen [3].
Dazu kommen Grenzen der Darstellung: höchstens fünf Varianten je Anzeige, manche Formate fehlen aus technischen Gründen, und Werbetreibende ohne Anzeige in den letzten 365 Tagen erscheinen nicht [3]. In den Hilfeseiten von Google steht keine Angabe zu Budget, Suchbegriffen oder Klicks [2].
Welche Keywords bucht die Konkurrenz?
Die häufigste Frage, und das Transparency Center beantwortet sie nicht. Drei Wege führen trotzdem weiter. Das ist unsere Einschätzung, keine Angabe von Google:
- Die Anzeigentexte lesen. Überschriften und Texte der Suchanzeigen verraten, um welche Leistungen und Orte geworben wird.
- Selbst suchen. Wer die wichtigsten Suchbegriffe seines Markts in der Region eingibt, sieht, wer dort gerade Anzeigen zeigt. Das ist eine Momentaufnahme, keine Liste.
- Schätzungen aus SEO-Werkzeugen. Manche Werkzeuge schätzen aus Stichproben der Trefferlisten, für welche Begriffe eine Domain Anzeigen schaltet. Es sind Schätzungen, keine Daten von Google.
Konkurrenzanalyse: Google und Meta zusammen
Ein Blick auf einen Wettbewerber ist im Transparency Center schnell gemacht. Einen Markt überblickt man so nicht: Man muss jeden Wettbewerber kennen, jede Anzeige einzeln öffnen und die Spannen selbst zusammenzählen. Für Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum stellt Google die Daten zusätzlich als öffentlichen Datensatz bereit, mit Werbetreibenden, Anzeigen, Regionen, erster und letzter Auslieferung und den Spannen der Einblendungen ab März 2023 [9]. Automatisches Auslesen der Website, das gegen die maschinenlesbaren Vorgaben von Google verstößt, untersagen die Nutzungsbedingungen [10]. Der Datensatz ist der offizielle Weg.
Wir werten diese Daten mit eigenen Werkzeugen aus, für einen ganzen Markt und zusammen mit der Meta-Werbebibliothek. Wie das im Großen aussieht, zeigt unsere Auswertung von 51.407 Meta-Anzeigen der Immobilienbranche. Was dabei herauskommt:
- Wer in Ihrem Markt auf Google wirbt, auch Wettbewerber, die Sie noch nicht kennen
- Wer wie stark wirbt: Zahl der Anzeigen, Laufzeit und Einblendungen je Wettbewerber
- Was funktioniert: Eine Anzeige, die nichts bringt, lässt kaum jemand monatelang laufen. Langläufer sind das deutlichste Erfolgssignal, das sich öffentlich ablesen lässt.
- Womit geworben wird: Botschaften, Angebote und Formate, auf Google und Meta im Vergleich
- Wo Lücken sind: Regionen, Themen und Plattformen, die niemand besetzt
Von der Analyse zur Umsetzung
Sie wählen, wie weit wir gehen: die Analyse schriftlich, mit den Anzeigen als Beleg; daraus die Strategie mit Botschaft, Zielgruppe und Verteilung des Budgets auf Google und Meta; und auf Wunsch die Umsetzung, gemessen an Anfragen und Aufträgen.
Politische Werbung
Wahlwerbung führt Google in einem eigenen Transparenzbericht [3]. Seit September 2025 schaltet Google in der EU keine politische Werbung im Sinne der EU-Verordnung 2024/900 mehr. Der Transparenzbericht für die EU ist seitdem nicht mehr verfügbar, frühere Wahlanzeigen bleiben im Ads Transparency Center abrufbar [8].
Quellen
- Google Blog: Announcing the launch of the new Ads Transparency Center, 29.03.2023, abgerufen 21.10.2026
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe: Transparenz bei Anzeigen, abgerufen 21.10.2026
- Google: Ads Transparency Center, FAQ, abgerufen 21.10.2026
- Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 39, ABl. L 277 vom 27.10.2022, abgerufen 21.10.2026
- Google Blog: Complying with the Digital Services Act, 24.08.2023, abgerufen 21.10.2026
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe: Überprüfung von Werbetreibenden, abgerufen 21.10.2026
- Mein Anzeigen-Center Hilfe: Informationen zu Werbetreibenden, abgerufen 21.10.2026
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe: Aktualisierung der Richtlinie zu politischen Inhalten, 05.08.2025, abgerufen 21.10.2026
- Google: Ads Transparency Center, Beschreibung des öffentlichen Datensatzes (BigQuery
bigquery-public-data.google_ads_transparency_center), abgerufen 21.10.2026 - Google: Nutzungsbedingungen, wirksam ab 30.07.2026, Abschnitt „Sie missbrauchen unsere Dienste nicht“, abgerufen 21.10.2026
- Newman Strategy: eigene Prüfung im Ads Transparency Center, Region Deutschland, Suche nach Website und Detailseite einer Textanzeige, 21.10.2026
Häufige Fragen
Was ist das Google Ads Transparency Center?
Das öffentliche Anzeigenverzeichnis von Google. Es zeigt die Anzeigen von Werbetreibenden in der Google Suche, auf YouTube, bei Google Play, Google Maps und Google Shopping, bis ein Jahr nach der letzten Auslieferung, mit Name und Standort des Werbetreibenden.
Kann man dort die Keywords der Konkurrenz sehen?
Nein. Bei welchen Suchbegriffen eine Anzeige erscheint, zeigt das Transparency Center nicht. Hinweise geben die Anzeigentexte selbst, eigene Suchen in der Region und Schätzungen aus SEO-Werkzeugen.
Sieht man, wie viel Budget die Konkurrenz für Google Ads ausgibt?
Nein, Ausgaben stehen bei gewöhnlicher Werbung nicht im Transparency Center. Für Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum zeigt Google aber, wie oft eine Anzeige zu sehen war, als Spanne und mit 90 Tagen Verzögerung. Zusammen mit Laufzeit und Zahl der Anzeigen lässt sich die Größenordnung eingrenzen.
Wie lange bleiben Anzeigen im Transparency Center sichtbar?
Ein Jahr ab dem Tag, an dem die Anzeige zuletzt ausgeliefert wurde. Für Werbeplattformen in der EU schreibt Art. 39 des Digital Services Act diese Frist vor.
Braucht man ein Google-Konto für das Transparency Center?
Laut Google muss man sich für Anzeigen mit Altersbeschränkung anmelden. Für andere Anzeigen nennt Google keine Anmeldepflicht.
Gilt das auch für Österreich und die Schweiz?
Für Österreich ja, mit allen Zusatzangaben für Europa, also Einblendungen und Zielgruppenauswahl. Die Schweiz gehört nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum, für Anzeigen dort gelten diese Zusatzangaben nicht.
Gibt es die Daten auch als Export oder Schnittstelle?
Ja, für Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Türkei. Google stellt sie als öffentlichen Datensatz in BigQuery und als Dateien zum Herunterladen bereit, mit Werbetreibenden, Anzeigen, Regionen, Laufzeiten und den Spannen der Einblendungen ab März 2023.