Praxismarketing

Mehr Google-Bewertungen bekommen — als Praxis

Kurz gesagt: Fragen Sie im richtigen Moment, ohne Gegenleistung und ohne Auswahl. Der wirksamste Weg ist ein QR-Code am Empfang, der direkt auf das Bewertungsformular Ihres Google-Unternehmensprofils führt — nicht auf die Profilseite. Alles, was darüber hinaus als Anreiz gedacht ist, macht die Bewertung angreifbar.

Der Grund, warum das für Praxen wichtiger ist als für andere Betriebe: Bei ortsbezogenen Suchen steht das Unternehmensprofil über der Website. Wer zwischen zwei Praxen wählt, sieht zuerst zwei Sternebewertungen — und erst danach, wenn überhaupt, den Text auf der Seite.

Wie man auf eingegangene Bewertungen antwortet, ohne die Schweigepflicht zu verletzen, ist ein eigenes Thema mit eigenen Fallstricken — das behandeln wir getrennt.

Die Rechnung, die das Ganze antreibt

Gegen eine einzelne schlechte Bewertung hilft juristisch selten etwas und rechnerisch fast immer viel. Bei zwölf Bewertungen zieht ein einzelner Stern den Durchschnitt sichtbar nach unten. Bei achtzig fällt derselbe Stern kaum noch auf.

Das ist der eigentliche Grund, Bewertungen aktiv zu sammeln: nicht um gut auszusehen, sondern um robust zu werden. Eine Praxis mit wenigen Bewertungen ist gegenüber einem einzelnen verärgerten Menschen wehrlos. Eine mit vielen ist es nicht.

Was zulässig ist — und was nicht

MaßnahmeBegründung
Zulässig Neutral um eine Bewertung bitten, mündlich oder per QR-Code Keine Beeinflussung des Inhalts, keine Gegenleistung.
Zulässig Einen Hinweis auf der Terminkarte oder der Rechnung Sachliche Information, kein Anreiz.
Unzulässig Rabatt, Gutschein oder Geschenk für eine Bewertung Irreführend und wettbewerbswidrig. In der Psychotherapie in Österreich nennt die Werberichtlinie die Verteilung von Gutscheinen für Leistungen zusätzlich ausdrücklich als ansehensbeeinträchtigend.
Unzulässig Bewertungen kaufen oder von Dritten schreiben lassen Vorgetäuschte Kundenerfahrung — irreführend, und bei Entdeckung ein Reputationsschaden, der größer ist als das Problem, das gelöst werden sollte.
Heikel Nur die offensichtlich Zufriedenen ansprechen Systematisch verzerrte Erhebung, angreifbar — und bei auffällig einheitlichem Bild auch für Lesende unglaubwürdig.
Heikel Ein Tablet am Empfang, auf dem direkt bewertet wird Bewertungen von derselben IP-Adresse in kurzer Folge werden von Google regelmäßig gefiltert. Der QR-Code auf dem eigenen Gerät der Person ist der bessere Weg.

Der QR-Code: der Weg mit der geringsten Hürde

Google stellt im Unternehmensprofil einen direkten Bewertungslink bereit, der das Bewertungsformular sofort öffnet. Dieser Link — nicht die Profil-URL — gehört in den QR-Code.

  1. Im Google-Unternehmensprofil den Bereich zum Einholen von Rezensionen öffnen und den bereitgestellten Bewertungslink kopieren.
  2. Den Link in einen QR-Code umwandeln.
  3. Den Code drucken: Empfangsaufsteller, Terminkarte, Rechnung.
  4. Mit einem fremden Gerät testen, das nicht im Praxis-WLAN ist und in dem kein Praxis-Google-Konto angemeldet ist.

Schritt vier wird fast immer übersprungen und ist der wichtigste. Der häufigste Fehler ist ein Code, der auf der Profilseite landet statt im Bewertungsformular. Der Unterschied sind zwei zusätzliche Klicks — und die kosten den größten Teil der Abschlüsse, weil die Bereitschaft genau in dem Moment am höchsten ist, in dem der Code gescannt wird.

Zum Text daneben: „Wenn Sie zufrieden waren, freuen wir uns über eine Bewertung“ funktioniert, weil es niemanden drängt. Vorgaben wie „Bitte fünf Sterne“ sind Beeinflussung und fallen bei Lesenden auf.

Das Unternehmensprofil selbst — die Grundlage

Bewertungen zu sammeln nützt wenig, wenn das Profil, unter dem sie erscheinen, unvollständig ist. Bei Praxen sind vier Punkte anders als bei gewöhnlichen Betrieben:

  • Der Name. Berufsbezeichnungen sind geschützt. In Österreich darf sich nur als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut bezeichnen, wer in die Psychotherapeutenliste eingetragen ist; auch verwechslungsfähige Bezeichnungen sind untersagt, und im Geschäftsverkehr besteht die Pflicht, die Berufsbezeichnung zu führen. Der Profilname muss der tatsächlichen Bezeichnung entsprechen — Zusätze wie „Zentrum“ oder „Institut“ sind heikel, wenn sie mehr suggerieren als vorhanden ist.
  • Die Kategorie. Sie entscheidet mehr über die Sichtbarkeit als jeder Text. Die Hauptkategorie sollte exakt der Tätigkeit entsprechen, nicht dem Wunschprofil.
  • Fotos. Hier greift die Verschwiegenheitspflicht. Patientinnen und Patienten dürfen nicht erkennbar sein — auch nicht zufällig im Hintergrund eines Wartezimmerbildes. Zeigen Sie Räume, Geräte und das Team; für Teamfotos braucht es die Einwilligung der Abgebildeten.
  • Zeiten und Erreichbarkeit. Falsche Sprechzeiten sind der schnellste Weg zu einer schlechten Bewertung, die inhaltlich nichts mit der Behandlung zu tun hat. Ein hinterlegter Terminweg fängt Anfragen außerhalb der Telefonzeiten auf.

Was realistisch ist

Bewertungen kommen nicht in Wellen, sondern in Tropfen. Ein Aufsteller am Empfang und die Bitte am Ende des Termins erzeugen typischerweise über Wochen einen langsamen, aber stetigen Zulauf — und das ist genau die Form, die stabil aussieht. Zwanzig Bewertungen an einem Tag sind ein Muster, das Google filtert und das Lesende misstrauisch macht.

Deshalb lohnt es, früh anzufangen und nicht erst dann, wenn die erste schlechte Bewertung da ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der einzige schnelle Weg der, der nicht zulässig ist.

Häufige Fragen

Wie bekommt eine Praxis mehr Google-Bewertungen?

Indem sie fragt — im richtigen Moment, ohne Gegenleistung und ohne Auswahl. Der wirksamste Weg ist ein QR-Code am Empfang oder auf der Terminkarte, der direkt auf das Bewertungsformular führt. Entscheidend ist der Zeitpunkt: unmittelbar nach dem Termin, nicht Wochen später per Serienmail.

Darf man Patienten für eine Bewertung etwas schenken?

Nein. Bewertungen mit Gegenleistung sind irreführend und wettbewerbswidrig. In der Psychotherapie in Österreich nennt die Werberichtlinie die Verteilung von Gutscheinen für Leistungen zusätzlich ausdrücklich als ansehensbeeinträchtigend.

Wie erstellt man einen QR-Code für Google-Bewertungen?

Den im Unternehmensprofil bereitgestellten Bewertungslink kopieren, in einen QR-Code umwandeln, drucken — und mit einem fremden Gerät testen. Ein Code, der auf die Profilseite statt auf das Bewertungsformular führt, kostet den größten Teil der Abschlüsse.

Darf man nur zufriedene Patienten um eine Bewertung bitten?

Davon ist abzuraten. Das erzeugt ein systematisch verzerrtes Bild, ist als selektive Erhebung angreifbar und wirkt bei auffällig einheitlichen Bewertungen unglaubwürdig. Die Bitte gehört an alle oder an niemanden.

Was gehört bei einer Praxis ins Google-Unternehmensprofil?

Name mit korrekter, geschützter Berufsbezeichnung, passende Kategorie, Adresse, Telefonnummer, tatsächliche Zeiten und ein Terminweg. Bei Fotos gilt die Verschwiegenheitspflicht: Patientinnen und Patienten dürfen nicht erkennbar sein, auch nicht im Hintergrund.

Fundstellen

Die Angaben zur Rechtslage geben unsere Arbeitsgrundlage wieder und sind keine Rechtsberatung. Verbindlich ist im Einzelfall die Beurteilung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt. Stand: August 2026.